Amerikanische Notenbank signalisiert Zinserhöhung

Amerikanische Notenbank signalisiert Zinserhöhung

 

Die amerikanische Notenbank lässt sich nicht irritieren und schreitet in ihrem Plan voran, die Geldpolitik allmählich zu normalisieren. Das ist das Ergebnis eines zweitägigen Meetings des Federal Open Market Committee FOMC, jenes Gremiums, das über die Geldpolitik entscheidet.

Wie erwartet wurde der Beginn der Bilanzreduzierung ab Oktober beschlossen. Den geplanten Ablauf dafür hatte die Notenbank bereits im Rahmen der Sitzung im Juni kommuniziert: Bisher werden Gelder aus fällig werdenden Anleihen der Notenbankbilanz in andere Wertpapiere reinvestiert.

 

Normalisierung der Geldpolitik notwendig

Im Zuge der Bilanznormalisierung werden diese Reinvestitionen nun allmählich reduziert und zwar um anfänglich monatlich insgesamt 10 Milliarden amerikanische Dollar. Quartalsweise werden die Beträge erhöht, um zur Jahresmitte 2021 wieder eine normale Größe von in etwa 2,5 Billionen Dollar zu erreichen – derzeit beträgt die Bilanzsumme 4,5 Billionen Dollar. Vor der Finanzkrise 2007 hatte die Bilanzsumme knapp 900 Milliarden Dollar betragen. Eine Rückführung auf dieses Niveau ist aufgrund des zwischenzeitlich gestiegenen Bargeldumlaufs nicht angebracht.

Erwartungsgemäß verblieben die Leitzinsen in der Bandbreite von 1,00 bis 1,25 Prozent. Die Finanzmärkte zeigten sich jedoch überrascht darüber, dass die Mitglieder des Federal Open Market Committee an ihren Zinserwartungen für 2017 und 2018 festhalten.

Notenbankchefin Janet L. Yellen und die Mehrheit des Rates erwarten weiterhin noch eine Zinserhöhung in diesem Jahr. Bis Ende 2018 sieht der Median trotz einer leichten Abwärtskorrektur drei zusätzliche Schritte. Die „Summary of Economic Projections“, die Prognosen der amerikanischen Notenbank zu Arbeitsmarkt, Bruttoinlandprodukt und Inflation, wurden nur marginal angepasst. Die Währungshüterinnen und Währungshüter gehen in Summe weiter von einer moderaten Erholung der Wirtschaft aus, was auch eine graduelle Normalisierung der Geldpolitik notwendig macht.

 

Steigende Treasury-Renditen wahrscheinlich

Nach dem jüngsten Beschluss, der im Übrigen einstimmig ausfiel, beginnt nun das Umdenken am Markt: Lag die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im Dezember vor der Zinssitzung noch unter 40 Prozent liegt sie aktuell schon bei über 80 Prozent.

Bis Ende 2018 erwartet der Markt nun rund anderthalb Zinserhöhungen. Bleibt die amerikanische Notenbank so standfest wie sie sich zuletzt präsentiert hat, besteht hier weiterer Anpassungsbedarf, was zu steigenden Treasury-Renditen führen dürfte.

 

Oktober 2017, Grafik Raiffeisen