Darüber spricht der Markt!

Aufschwung in der Eurozone weiterhin kräftig

„Goldilocks“ bezeichnet eine Konstellation an den Finanzmärkten, in der es hauptsächlich positive Einflüsse gibt. In den letzten Wochen und Monaten hat sich ein derartiges Umfeld für unseren Währungsraum herauskristallisiert. Einerseits haben sich die Fundamentaldaten mehr als positiv entwickelt aber andererseits macht die Inflation keine Anstalten nachhaltig Richtung 2 %-Ziel zu steigen. Letzteres erlaubt es den Notenbanken, ihre außerordentlich lockere Geldpolitik fortzusetzen bzw. nur sehr langsam zurückzunehmen. Demzufolge laufen die Aktienmärkte von einem Hoch zum nächsten.

Konjunkturell befindet sich die Eurozone auf dem richtigen Weg: Die Wachstumsraten sind stabil aufwärts gerichtet und beschränken sich zudem nicht auf einzelne Länder sondern umfassen den gesamten Wirtschaftsraum. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den 19 Euroländern stieg im dritten Quartal um 0,6 % gegenüber Vorquartal. Bereits im Frühjahr wurde ein Plus von 0,7 % generiert. Für Schwung sorgte vor allem Deutschland als größte Volkswirtschaft im Euroraum: Hier zog die Konjunktur zuletzt um 0,8 % an und damit deutlich stärker als erwartet. Auch Spanien schaffte ein Wachstum in gleicher Höhe. In Frankreich und Italien legte die Wirtschaft jeweils um 0,5 % zu. Für das stärkste Wachstum im Währungsraum sorgte Lettland mit plus 1,5 %. Am schwächsten schnitt Litauen ab, wo die Wirtschaft mit plus 0,1 % fast stagnierte.

Der Aufschwung gestaltet sich ohnehin schon kräftig und wird überdies durch die lockere EZB-Geldpolitik nachhaltig unterstützt: Die EZB vermittelte im Zuge ihrer letzten Sitzung, dass das Wertpapierkaufprogramm trotz des robusten Aufschwungs nicht schneller beendet werden würde. Die erste Zinserhöhung düfte somit vorerst in weite Ferne – nämlich zumindest ins Jahr 2019 – gerückt sein. Diverse Vorlauf- und Stimmungsindikatoren zeigen nach oben, was für ein Anhalten der guten Konjunktur spricht.

 

 

 

 

 

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Stand: 20.11.2017