Grundsteuer: die wichtigsten Bestimmungen im Überblick

Wissenswertes zur Grundsteuer

Was hat es eigentlich mit der aktuell viel diskutierten Grundsteuer auf sich? Wie wird diese berechnet und wie hoch kann sie maximal sein?

Die Grundsteuer ist ein gerne diskutiertes Thema. Anlass genug, einmal einen etwas genaueren Blick auf diese Steuer zu werfen.
 

Wofür muss die Grundsteuer bezahlt werden?

Zu unterscheiden sind

  • Grundsteuer A für land- und forstwirtschaftliche genutzte Grundstücke
  • Grundsteuer B für bebaute oder unbebaute Grundstücke
  • Wenn Sie Grundbesitz im Ausland haben, dann müssen Sie für diesen übrigens keine österreichische Grundsteuer bezahlen. Das heißt, das Wohnsitzprinzip ist für die Grundsteuer nicht maßgeblich.

Wer hebt die Grundsteuer ein, wem kommt sie zugute?

Die Grundsteuer wird von der jeweiligen Gemeinde eingehoben und kommt auch zur Gänze dieser zugute.

Was ist die Basis für die Berechnung der Grundsteuer?

Hier kommt der so genannte Einheitswert zum Tragen. Bei bebauten Grundstücken errechnet sich der Einheitswert aus Boden- und Gebäudewert. Der Einheitswert liegt übrigens erheblich unter dem Verkehrswert. Der Verkehrswert ist laut Liegenschaftsbewertungsgesetz jener Wert, der üblicherweise beim Verkauf der Immobilie erzielt werden kann.

Wie wird die Grundsteuer ermittelt?

Auf Basis des Einheitswertes berechnet das Finanzamt den Steuermessbetrag. Dabei kommt die Steuermesszahl zur Anwendung. Sie ist ein per Gesetz definierter Promillesatz des Einheitswertes und beträgt etwa bei Grundstücken zwei Promille. Bei Einfamilienhäusern beträgt die Messzahl 0,5 Promille für die ersten 3.650 Euro des Einheitswertes und 1 Promille für die folgenden angefangenen oder vollen 7.300 Euro.

Wie hoch kann die Grundsteuer maximal sein?

Die Gemeinden sind laut Finanzausgleichsgesetz berechtigt, bei der Steuerfestsetzung einen einheitlichen Hebesatz von bis zu 500 Prozent auf den Grundsteuermessbetrag anzuwenden.  Wenn die betreffende Gemeinde den Hebesatz von 500 Prozent voll ausschöpft, dann kann die Grundsteuer maximal 1 Prozent des Einheitswertes betragen.

Wie wird die Grundsteuer eingehoben?

  • Beträge über 75 Euro im Jahr: Die Grundsteuer wird in vier Teilbeträgen jeweils zum 15. Februar, 15. Mai, 15. August und 15. November eingehoben.
  • Beträge unter 75 Euro im Jahr: Die Grundsteuer ist in diesen Fällen einmal jährlich zum 15. Mai zu bezahlen.

Grundsteuerbefreiung

  • Per Gesetz sind einige öffentliche Einrichtungen, Institutionen, Schulen, Grundstücke von Gebietskörperschaften sowie etwa öffentliche Verkehrswege von der Grundsteuer befreit.
  • Zeitlich begrenzte Grundsteuerbefreiungen: Auf Basis von Landesgesetzen können Gemeinden zeitliche begrenzte Grundsteuerbefreiungen gewähren – dies wird besonders bei neu geschaffenen geförderten Wohnungen praktiziert. Die Grundsteuerbefreiung erfolgt über Antrag an die zuständige Gemeinde.


Weitere Infos:

Grundsteuergesetz

Liegenschaftsbewertungsgesetz

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