Testamentarische Regelung des Erbes

Testamentarische Regelung des Erbes Der Erblasser kann grundsätzlich frei bestimmen, was mit seinem Vermögen nach seinem Ableben geschehen soll. Nahe Verwandte erhalten jedoch notwendigerweise einen Pflichtteil.

Als Erblasser können Sie die gesetzliche Erbfolge ändern und frei darüber verfügen, was mit Ihrem Vermögen nach Ihrem Tod geschehen soll. Durch das Verfassen eines Testaments können Sie Verwandte, Lebensgefährten, Freunde, aber auch Vereine und juristische Personen als Erben einsetzen. Ein Testament kann auch Bedingungen und Auflagen enthalten, um das Erbe von einem gewissen Ereignis oder bestimmten Verpflichtungen abhängig zu machen. 
 

Testamentsformen

Mündliches Testament: kann im Fall einer Notsituation vor zwei nicht erbberechtigten Zeugen abgegeben werden. Es ist nur drei Monate lang gültig.

Eigenhändig geschriebenes Testament: ist vollständig in eigener, leserlicher Handschrift verfasst, mit dem aktuellen Datum und einer eigenhändigen Unterschrift versehen.

Fremdhändig geschriebenes Testament: Ein mit PC oder Schreibmaschine geschriebenes Testament muss die eigenhändige Unterschrift des Vererbenden enthalten. Zusätzlich müssen es drei Zeugen mit ihrer Unterschrift bestätigen.

Öffentliches Testament: kann mündlich oder schriftlich vor einem Rechtsanwalt oder Notar errichtet werden. Es bietet mehr Sicherheit vor einer Anfechtung wegen Formfehler. Die elektronische Erfassung aller öffentlichen Testamente im Testamentsregister bei der Notariatskammer sichert das Auffinden des letzten Willens nach dem Ableben.


Obwohl der Erblasser grundsätzlich frei über die Weitergabe seines Vermögens entscheiden kann, sind ihm gewisse Grenzen gesetzt. Denn der Gesetzgeber sieht vor, dass bestimmte nahe Angehörige auf jeden Fall etwas aus dem Nachlass erhalten, auch wenn testamentarisch ein anderer Erbe eingesetzt wurde.

Pflichtteilsberechtigte sind Ehepartner, Nachkommen (Kinder, Enkel) und Eltern (wenn es keine Nachkommen gibt). Nicht pflichtteilsberechtigt sind Lebensgefährten und Geschwister. Die Höhe des Pflichtteils beträgt für die Ehegatten und Nachkommen 50 Prozent, für Vorfahren ein Drittel.

Der Pflichtteil kann entzogen werden ("Enterbung"), wenn sich der Pflichtteilsberechtigte bestimmter schwerer Vergehen schuldig gemacht hat. Bestand zu keiner Zeit zwischen dem Erblasser und dem Pflichtteilsberechtigten ein familiäres Naheverhältnis, kann der Pflichtteil auf die Hälfte gemindert werden. Diese Minderung ist jedoch im Testament ausdrücklich anzuordnen.