Darüber spricht der Markt!

Preisdruck in den USA nimmt zu

Die Inflationsentwicklung in den Vereinigten Staaten wird von den Finanzmarktteilnehmern derzeit mit besonders großem Interesse verfolgt, hängt doch die Geldpolitik der amerikanischen Notenbank (Fed) unmittelbar davon ab. Nachdem das Vollbeschäftigungsniveau schon seit längerem erreicht ist und die Wirtschaft weiterhin über Potential wächst, fehlte bis dato nur ein stärkerer Inflationsanstieg für einen aggressiveren  Zinsanhebungspfad der Fed.

Nach einem überraschend kräftigen Anziehen der Stundenlöhne im Jänner (jährliche Zuwachsrate mit 2,9 % auf dem höchsten Niveau seit Juni 2009) stiegen auch die Verbraucherpreise zu Jahresanfang stärker als erwartet: Zum Vormonat zogen die Preise um 0,5 % an – Experten hatten lediglich mit einem Plus von 0,3 % gerechnet. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies ein um 2,1 % höheres Preisniveau.

Umfragen signalisieren, dass der Lohn- und damit auch der Inflationsdruck weiter zunehmen wird – zuletzt beispielsweise das Mittelstandsbarometer NFIB. Die Jänner-Daten ergaben, dass der Anteil jener Firmen, die Lohnerhöhung auf Sicht von drei Monaten planen, auf den höchsten Wert seit 29 Jahren gestiegen ist. Der Anfang der Woche vorgelegte Budgetentwurf von US-Präsident Trump, der erhebliche Ausgabensteigerungen vorsieht, befeuert Inflationssorgen zusätzlich.

Summasummarum machen diese Entwicklungen wohl eine straffere Gangart der Fed notwendig. Der Markt beginnt dies auch einzupreisen – mittlerweile liegt die Wahrscheinlichkeit für vier Zinsanhebungen der Fed im diesen Jahr schon bei rund 15 %. Die Fed selbst signalisierte in ihrer Leitzinsvorschau („Dot-Plot“) im Dezember 2017 nur drei Zinsschritte à 25 BP. Die nächste Erhöhung des Leitzins-Zielband um 25 BP auf dann 1,50-1,75 % wird im Rahmen der nächsten Sitzung am 20./21. März erwartet und ist in den Fed Funds Futures schon zu knapp 90 % eingepreist.

 

 

 

 

 

DSDM KW7

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Stand: 14.2.2018